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Jan 02 2012

Greetings at your Fingertips

Kategorie: Allgemein, Angewandte IT, Erlebnissehpchristen @ 17:52

Das alte Jahr ist vergangen und das neue hat vor kurzem gestartet. Zu dieser Jahreszeit gehört auch der schöne Brauch, sich gegenseitig alles Gute für die nächsten 12 Monate zu wünschen. Was früher aufwendig mit Karten oder gar Telefonanrufen geschah, ist heute eine Sache von ein paar Klicks. Greetings at your Fingertips. Alles easy, also?

Früher erhielt ich von guten Freunden zum Jahreswechsel jeweils eine handgeschriebene Grusskarte (und schrieb selber welche); von der Familie gabs in der Regel einen Anruf. Heute - in der modernen Welt der Effizienz - geht das viel einfacher und schneller: einmal texten, und dann per Massenversand x-mal versenden. Damit gewinnt man viel Zeit - z.B. für persönliche Gespräche und ähnlich anachronistisches Sozialverhalten. Weshalb hängen die Leute dann halbe Silvesterabende an ihrem iPhone, Samsung Galaxy, BlackBerry oder was auch immer?

Die Antwort heisst: Social Media! Diese Disziplin ist angetreten, die Welt einfacher und persönlicher zu machen. In Teilbereichen mag das sogar stimmen. So kann ich heute z.B. dank Xing viel einfacher verfolgen, wer einen neuen Job angetreten hat oder umgezogen ist. An Tagen wie der erwähnte Silvester können solche Applikationen, allen voran Facebook, aber zu einer echten Plage werden.

Es beginnt harmlos mit ein paar SMS von guten Freunden, welche alles Gute zu Silvester wünschen. Schon bald treffen die Meldungen auch auf WhatsApp ein. Und dann mache ich den Fehler (war es der Alkohol?), mit einigen Kommentaren zu Facebook-Stati von Freunden eine weitere Front zu eröffnen. Schon bald veranstaltet mein BlackBerry eine Art “Batterie-Botellon”. Die Applikation, welche die Batterie zuerst mit Blinken und Vibrieren leergesoffen hat, gewinnt einen Preis. Facebook gewinnt knapp vor WhatsApp und dem SMS-Dienst!

Klar, ich habe dieses Jahr so vielen Leuten ein frohes neues Jahr gewünscht wie vermutlich noch nie. Aber haben die das überhaupt bemerkt? Oder waren sie komplett absorbiert von der Aufgabe, mit all ihren Applikationen zu jonglieren, so wie ich?

Aufmerksamkeit ist ein rares Gut. Es lässt sich weder elektronisch noch anderweitig vervielfältigen. Und ist eines der schönsten Geschenke, welches man seinen Mitmenschen machen kann. In diesem Sinne wünsche ich uns allen für das 2012 mehr Aufmerksamkeit und vielleicht etwas weniger Social Media Aktivität.

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