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Sep 17 2010

Der Wunsch nach Ineffizienz

Kategorie: Angewandte IT, Erlebnissehpchristen @ 21:35

Wir alle sind abhängig von der modernen Kommunikationstechnologie. Sie soll uns helfen, unseren Job effizienter und einfacher zu erledigen. Aber es gibt Tage, da geschieht gerade das Gegenteil. Und plötzlich wünscht man sich ganz merkwürdige Dinge.

Heute morgen wollte ich meinen neu erworbenen SwissStick, die SuisseID von SwissSign in Betrieb nehmen. Gemäss Beschreibung eine einfache Sache: Einstecken. Transport PIN eingeben. Neuen PIN erfassen. Los geht’s. Eine Wohltat, nachdem der Erwerb des SwissStick trotz grosszügiger Unterstützung von SwissSign ein eher komplexer Prozess war.

Leider verlangt mein SwissStick nicht nach einem Transport PIN, sondern meldet stur “Zertifikat nicht vorhanden”. Auch fast zwei Stunden Support durch die Herstellerfirma ändert nichts daran. Ich habe wohl ein “faules” Exemplar erwischt. Und das muss nun ausgetauscht werden.

Sei’s drum. Um doch noch ein technologisches Erfolgserlebnis zu haben, rufe ich bei meinem Provider an. Diesem habe ich am Montag gemeldet, dass ich für zwei neue Mitarbeiter der hpcpartners gmbh je einen Mail Account benötige. Und seither nichts gehört. Nach zwei erfolglosen Versuchen und rund 30 Minuten in der Warteschlange habe ich endlich einen kompetenten Mitarbeiter am Apparat. Doch seine Auskunft verheisst nichts Gutes: “Dazu müssen wir Ihre bestehende Mailadresse aus Ihrem Account herauslösen und mit den anderen beiden neu aufsetzen.”

Wie danach mein Outlook Setup und mein ebenfalls auf dieser Adresse laufende BlackBerry noch funktionieren soll, weiss der gute Mann auch nicht. “Das müssen wir dann wohl auch neu aufsetzen.” Meine Begeisterung hält sich gelinde gesagt in Grenzen. Da mein Provider schon für eine simple Aktivierung meines BlackBerry mehrere Tage benötigt, würde dann wohl ein mehrtägiger Aufenthalt in Providers Warteschlange fällig. Keine Lösung also. Der Mann verspricht weitere Abklärungen.

Jetzt benötige ich dringender denn je ein technologisches Erfolgserlebnis. Da war doch noch die Pendenz mit der Xing App für meinen BlackBerry… Also: Herunterladen aus der App World und installieren. Es klappt problemlos! Doch die Freude währt nur kurz. Aus unerfindlichen Gründen lässt die App sich nicht starten. Funkstille. Und der Button “Support” entpuppt sich leider als simpler E-Mail-Link an mobile@xing.com. Also klage ich dem unbekannten Call Center Mitarbeiter mein Leid und harre der Dinge, die da kommen mögen.

Fazit: Auf der Suche nach Effizienzsteigerungen habe ich heute eine Unmenge an Zeit vertrödelt und eine Menge an Frust aufgebaut. Jetzt habe ich offene Support-Tickets bei drei verschiedenen Organisationen - aber keine einzige Lösung. Und auf einmal das dringende Bedürfnis, wieder total ineffizient zu arbeiten. Aber dafür zu arbeiten! Vielleicht meint der Chinese genau das, wenn er sagt “bist du in Eile, dann gehe langsam!”.

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