Habt ihr Kinder? Dann kennt ihr sicher dieses Phänomen aus den frühen Kindertagen, als eure Kinder entdeckten, dass Dinge auch weiterexistieren, wenn sie aus dem Blickfeld entschwinden. Denn, wow!, den Löffel gibt’s auch noch, wenn er unter dem Tisch verschwindet. Psychologen sprechen hier von Objektpermanenz*. Ein ähnliches Phänomen habe ich in der Berufswelt entdeckt.
“Warst du in den Ferien?” - Wenn ich tatsächlich immer Ferien gehabt hätte, wenn ich diesen Satz zu hören bekomme, würde ich eigentlich überhaupt nie arbeiten. Der Hintergrund des Satzes ist folgender: Als sogenannter “Portfolio Worker” bin ich dauerhaft für verschiedene Kunden im Einsatz. Dadurch bleibt pro Kunde teilweise nur gerade ein Tag pro Woche oder noch weniger. Also tauche ich vielleicht alle zwei Wochen oder noch seltener an diesen Orten auf. Das ist soweit okay - und mit dem Kunden ja entsprechend vereinbart.
Aber dann, als wäre es ein Ritual, die unvermeidliche Frage: “Lange nicht gesehen. Warst du in den Ferien?” Continue reading “Der Löffel arbeitet weiter”
Das alte Jahr ist vergangen und das neue hat vor kurzem gestartet. Zu dieser Jahreszeit gehört auch der schöne Brauch, sich gegenseitig alles Gute für die nächsten 12 Monate zu wünschen. Was früher aufwendig mit Karten oder gar Telefonanrufen geschah, ist heute eine Sache von ein paar Klicks. Greetings at your Fingertips. Alles easy, also?
Früher erhielt ich von guten Freunden zum Jahreswechsel jeweils eine handgeschriebene Grusskarte (und schrieb selber welche); von der Familie gabs in der Regel einen Anruf. Heute - in der modernen Welt der Effizienz - geht das viel einfacher und schneller: einmal texten, und dann per Massenversand x-mal versenden. Damit gewinnt man viel Zeit - z.B. für persönliche Gespräche und ähnlich anachronistisches Sozialverhalten. Weshalb hängen die Leute dann halbe Silvesterabende an ihrem iPhone, Samsung Galaxy, BlackBerry oder was auch immer?
Continue reading “Greetings at your Fingertips”
Wir alle sind abhängig von der modernen Kommunikationstechnologie. Sie soll uns helfen, unseren Job effizienter und einfacher zu erledigen. Aber es gibt Tage, da geschieht gerade das Gegenteil. Und plötzlich wünscht man sich ganz merkwürdige Dinge.
Heute morgen wollte ich meinen neu erworbenen SwissStick, die SuisseID von SwissSign in Betrieb nehmen. Gemäss Beschreibung eine einfache Sache: Einstecken. Transport PIN eingeben. Neuen PIN erfassen. Los geht’s. Eine Wohltat, nachdem der Erwerb des SwissStick trotz grosszügiger Unterstützung von SwissSign ein eher komplexer Prozess war.
Leider verlangt mein SwissStick nicht nach einem Transport PIN, sondern meldet stur “Zertifikat nicht vorhanden”. Auch fast zwei Stunden Support durch die Herstellerfirma ändert nichts daran. Ich habe wohl ein “faules” Exemplar erwischt. Und das muss nun ausgetauscht werden.
Continue reading “Der Wunsch nach Ineffizienz”
Sind Sie auf Facebook vertreten? Twittern Sie? Was ist mit Xing, LinkedIn und Plaxo? Findet man auf Youtube Dinge über Sie? Ja - Sie sind überall vertreten? Gratulation. Dann haben Sie sicher auch keine Probleme wie morgendlicher Kater (vom Ausgang mit Freunden), Zerrungen (Sport), Prellungen (Halfpipe mit dem Sohn) und so weiter. Auch sonst sieht man Sie vermutlich nicht so viel im realen Leben. Aber dafür sind Sie im Netz wer!
Ist dieses Intro zu bösartig? Etwas überspitzt vielleicht. Aber mir geht der Hype ums sogenannte Web 2.0 zunehmend auf den Wecker. Was ist so interessant daran, Hunderte von virtuellen Freunden zu haben, welche man im realen Leben noch nie angetroffen hat? Weshalb sollte ich mein Privatleben mit der ganzen Welt teilen wollen? Was den Wortteil “Privat” ja gerade ad absurdum führt!
Continue reading “Bye bye Web 2.0″
Kürzlich hat mir ein Bekannter voller Stolz darüber berichtet, wie gut seine neue Business Idee bei den Leuten ankommt. Alle, denen er von seinem Vorhaben erzählt habe, seien begeistert. Schlägt diese Sache also voll ein? Leider liegen die Dinge in der Regel etwas komplizierter. Das weiss ich aus eigener Erfahrung!
Die Idee des Bekannten ist gut. Kein Zweifel. Aber lässt sich damit auch Geld verdienen? Leider sagen spontane Feedbacks darüber wenig aus. Ideen gibt es meiner Erfahrung zufolge in drei verschiedenen Kategorien:
1. Schlechte Ideen: Diese sind relativ leicht zu identifizieren. Wenn die Feedbacks in der Währung “ah so?”, “interessant!” oder ”das müsste man mal näher anschauen” daher kommen, handelt es sich in aller Regel um keine gute Ideen. Denn spontane Rückmeldungen sind tendenziell eher zu positiv (dazu gleich noch mehr). Zudem gilt: Gute Ideen müssen sich erstens kurz und prägnant erklären lassen (sogenannter “Elevator Speech” - also in ca. 10-20 Sekunden muss die Idee erklärt sein), und zweitens sollte der Nutzen sofort einleuchten. Fehlt eine dieser Komponenten, so handelt es sich meistens um keine gute Idee.
Continue reading “Super Idee … olé, olé!”
“Geiz ist geil” propagierte vor einiger Zeit eine deutsche Elektronikmarkt-Kette. Dass sie damit heute nicht mehr wirbt, unterstützt meine Theorie. Geiz ist nämlich überhaupt nicht geil. Sondern der Anfang vom Ende einer jeden Kundenbeziehung. Eigene und verbürgte Erlebnisse aus meinem Umfeld zeigen dies sehr deutlich.
Wir sind seit einigen Jahren regelmässige Kunden einer Restaurantkette. Sie kümmert sich besonders gut um unsere Kinder, so dass sich auch die Eltern entspannt dem guten Essen und einem ebensolchen Glas Wein widmen können. Mit Letzterem ist auch gesagt, dass sich besagte Firma nicht mit einem einzelnen, grossen Konsonanten abkürzen lässt …! Continue reading “Geiz ist ungeil”
hpcpartners hat Erfolg! Wir sind derzeit ausgebucht. Das ist gut. Als Resultat ist aber dieser Blog vernachlässigt worden. Das ist schlecht. Ich gelobe hiermit feierlich Besserung.
Mit viel Elan sind wir in diesen Frühling gestartet: mit der Gründung der hpcpartners gmbh und parallel dieses Blogs. Beides zeitigte sehr rasch Erfolge, wofür ich vorallem unseren Kunden, aber auch den regelmässigen Blog-Lesern sehr dankbar bin. Die vielen positiven Feedbacks zu den Artikeln haben mich immer wieder auf’s Neue angespornt, regelmässig zu publizieren. Die im Alltag des öftern versagende Technologie versorgte mich verdankenswerterweise laufend mit genügend Stoff für entsprechende Artikel. Aber auch zum zweiten Themenblock des Blogs, nämlich den Führungsfragen, gab es immer genügend zu berichten.
Continue reading “Blog Heartbeat (bin noch da …)”
Seit Anfang Juli, dem Ferienanfang in unserer Gegend, hat sich dieser Blog (also ich) eine kreative Pause gegönnt. Aber jetzt sollten wir langsam wieder in die Hufe kommen. Zu erzählen gäbe es so Vieles. Auch über die Sommerzeit hat mich die Technik (und Anderes) auf Trab gehalten. Aber irgendwie ist es zu heiss.
Da war die Sache mit dem UMTS Modem in Spanien: Zuerst kommt es gar nicht zum Einsatz (ich sage nur: “offenes WLAN”), später dann doch noch. Nach rund einer halben Stunde Surfen (wir haben uns u.a. ein paar Videos angeschaut) der Kontrollblick auf die Statistik: 50 MByte runtergezogen. Was kost’ denn des? Die Swisscom-Website weiss Bescheid: Im Abo inbegriffen sind … 0 MByte. Kosten pro MByte: 3 Franken, ohne World Data Option 14 Franken!! Mit anderen Worten: Wir haben gerade kurz 150 Franken ”versurft” (ohne die WDA wären es 700 gewesen)! Den Rest der Ferien haben wir uns dann keine Videos mehr angesehen …
Continue reading “Operating Temperature Exceeded - System Shutdown”
Als Selbständigerwerbender bin ich auch in den Ferien auf ein Mindestmass an elektronischer Kommunikation angewiesen. Daher beschloss ich, mir ein UMTS-fähiges Modem zu besorgen. “Die kleine, leichte und simple Lösung: Einfach einstecken und lossurfen” versprach die Werbung. Ich hätte es besser wissen müssen.
1. Akt: Besuch im lokalen Swisscom-Shop (Stammleser wissen, dass ich eine gewisse Affinität zu dieser Firma habe) an einem Samstagnachmittag. Der Laden ist voll. Ich ziehe meine Nummer. 282. Die Anzeige zeigt 272. Hmm … Mal abwarten. Nach 10 Minuten zeigt die Anzeige immer noch 272. Ich hoffe für die Swisscom, dass diese Kunden alle ein elend teures Gerät (ein iPhone vielleicht…?) mit einem Fünfjahresvertrag kaufen. Und ziehe ab …
Continue reading “Memories of a Technologically Challenged”
Ich habe einen BlackBerry, nutze Outlook Web Access (dank Mobile Unlimited bald von überall), surfe zu Hause über ein WLAN. Ich maile also aus allen Rohren, schreibe einen Blog, und von Zeit zu Zeit ein paar Tweets. Dazu bin ich auf Xing, LinkedIn, Plaxo und sogar ein bisschen auf Facebook präsent. Alle diese Tools können einem das Leben erleichtern. Zusammengenommen tun sie aber eher das Gegenteil.
Praktisch jeden Abend setze ich mich nochmals an meinen Notebook, um noch ein paar elektronische Kommunikationen (falls es diese Mehrzahl noch nicht gab, jetzt gibt es sie … und: wer hat’s erfunden?) loszuwerden. Denn die verschiedenen Tools und Plattformen wollen ja gepflegt werden. So auch heute Abend. Der Twitter-Eintrag von SKISSmade (www.twitter.com/skissmade) lässt mich allerdings innehalten.
Continue reading “Digitale Fastenzeit”